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DIE MESSUNGEN IM EINZELNEN:

1. Der Augeninnendruck:

Die Tonometrie, die Messung des intraokularen Druckes (IOD), ist eine der wesentlichen Untersuchungsmethoden zum Glaukom-Screening. Das Vorliegen eines erhöhten IOD ist der Risikofaktor mit dem höchsten Vorhersagewert für ein Glaukom und sollte Anlass zu weiteren ärztlichen Untersuchungen sein.

Kritische Druckwerte
Als kritischer oberer Wert wird ein IOD von 21 mm Hg angesehen. Tageszeitliche
Druckschwankungen monokular von 4 mm Hg gelten als normal. Binokulare Druckdifferenzen von >5 mm Hg gelten als glaukomverdächtig und sollten untersucht werden. Entscheidend bei der Beurteilung ist jedoch immer der individuelle Druck. So unterliegt der IOD sowohl kurzfristigen als auch langfristigen Druckschwankungen.

2.Die Gesichtsfeldmessung

Die Perimetrie prüft an verschiedenen Stellen der Netzhaut das
Lichtunterscheidungsvermögen. Sie prüft, ob das Auge, die ableitenden Nervenbahnen und das Sehzentrum in der Lage sind, Lichtpunkte unterschiedlicher Leuchtdichten von einem definiert hellen Hintergrund zu unterscheiden. Da die Netzhaut sehr empfindlich auf entzündliche Vorgänge, Gifte, Medikamentennebenwirkungen, glaukomatöse Veränderungen, Tumore und Durchblutungsstörungen reagiert, hat man durch die Gesichtsfeldmessung die Chance, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und durch den Augenarzt behandeln zu lassen.

3. Die Kontrastempfindlichkeit

Das Kontrastsehen ist die Fähigkeit des visuellen Systems, zeitliche und örtliche Helligkeitsunterschiede zu erkennen.
Die Kontrastempfindlichkeit ist von verschiedenen pathologischen Faktoren abhängig und dient somit auch der Früherkennung diverser Augenerkrankungen wie z.B. Keratokonus, Katarakt, altersbedingte Makuladegeneration und neuronalen Erkrankungen wie MS.

4. Das Farbsehen

Farbe ist ein physiologisches, kein physikalisches Merkmal. Die Farbe eines Körpers oder einer
Lichtquelle lässt sich nicht messen, sondern nur empfinden.

5. Dämmerungssehen und Blendempfindlichkeit

Die Prüfung des Dämmerungssehens hat insbesondere für ältere Verkehrsteilnehmer eine große
Bedeutung. Durch eine gezielte Aufklärung kann der Verkehrsteilnehmer sein Verhalten im
Straßenverkehr seiner reduzierten Sehleistung anpassen.
Zwischen der Tagessehschärfe und dem Dämmerungssehen gibt es keinen festen Zusammenhang. Lediglich bei Tagessehschärfen über 1.6 kann von einem ungestörten Dämmerungssehen
ausgegangen werden.

6. Die zentrale Tagessehschärfe, Akkommodation und Stereosehen

Die hier ermittelten Werte bestimmen den Bauplan der aktuellen Brillengläser.
Akkommodation ist die Fähigkeit des Auges, die Sehschärfe aktiv an verschiedene Entfernungen anzupassen. Das menschliche Auge ist in der Lage, sowohl weit entfernte Dinge scharf zu sehen als auch solche, die in der Nähe sind. Das Stereosehen ist die höchste Form des beidäugigen Sehens. Wird es in seiner Entwicklung gestört, leidet die räumliche Wahrnehmung.

7. Die Hornhauttopometrie

Mit dem so genannten Keratographen werden berührungslos tausende Bildpunkte der Hornhaut aufgenommen und vermessen. Diese Messung dient einerseits zur bestmöglichen Anpassung von Contactlinsen, andererseits zur frühzeitigen Erkennung von Veränderungen.
Typische Augenkrankheiten wie z.B. Keratokonus können durch die Topometrie aufgedeckt und in ihrem Verlauf kontrolliert werden.

8. Spaltlampenkontrolle des vorderen Augenabschnittes

Mittels verschiedener Beleuchtungsarten lassen sich detaillierte Betrachtungen am vorderen Augenabschnitt durchführen.
Die optischen Medien des Auges (Tränenfilm, Hornhaut mit ihren Schichten, Kammerwasser, Augenlinse und Glaskörper) besitzen in der Regel eine ausgezeichnete Transparenz.
Bei genauer Betrachtung an der Spaltlampe zeigen sich jedoch häufig lichtstreuende Zentren in den im Prinzip optisch leeren Medien. Eine erhöhte Zahl von Streuzentren lässt auf zum Teil kleinste Veränderungen schließen. Erst die geschickte Anwendung spezieller Beleuchtungsmethoden ermöglicht eine Beobachtung der Strukturen. Mit Hilfe von Fluoreszein ist es zudem möglich Epitheldefekte auf der Hornhautvorderfläche und den Tränenfilm deutlich zu erkennen und zu analysieren.

9. KONTROLLE DES HINTEREN AUGENABSCHNITTS MITTELS FUNDUSKOPIE

Bei der Beurteilung des Augenhintergrunds geht es zunächst um die Abgrenzung pathologischer Veränderungen an der Netzhaut. Hierbei können z.B. glaukomatöse (grüner Star) Veränderungen, Veränderungen im Blutdruck, altersbedingte Netzhautveränderungen, Entzündungsprozesse und diabetische Retinopathie erkannt werden.
Durch das Aufdecken dieser genannten Veränderungen kann bei entsprechender Behandlung durch den Augenarzt ein Fortschreiten verhindert und somit das Augenlicht erhalten werden.
Besonders wichtig für die Behandlung ist hier eine frühzeitige Erkennung.

10. Die Pupillenfunktion

Die Pupillenreaktion ermöglicht einen direkten Eindruck der neurologischen Reizweiterleitung zwischen Auge und Gehirn. Dabei kann unterschieden werden, ob die Nervenbahnen zum Sehzentrum hin oder die zurückführenden Nervenbahnen geschädigt sind.

11. Augenbewegungen

Die Augenbewegungen werden unterschieden in Motilität, Augenfolgebewegungen und Sakkaden.
Bei der Motilität wird die Beweglichkeit bzw. das Bewegungsvermögen der Augen durch Innervation der sechs Augenbewegungsmuskeln beurteilt.
Unter Augenfolgebewegungen versteht man die Fähigkeit des Augenpaares, ein sich bewegendes Objekt im Raum ruhig und kontinuierlich verfolgen zu können.

Störungen im Augenbewegungsapparat können verschiedene Symptome zur Folge haben. Diese reichen von asthenopischen Beschwerden wie z.B. schnelle Ermüdung, Konzentrationsschwäche, Doppelbilder bis hin zu Gleichgewichtsstörungen. Sie können auch Hinweise auf zentrale neurologische Störungen wie Schizophrenie oder Schädigungen der Hirnrinde durch Medikamente geben.